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All Eyes On You

Aktualisiert: 19. Jan. 2024

Pressure, pushing down on me, pressing down on you



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In wenigen Minuten beginnt Dein erster Auftritt als Speaker vor einem bedeutenden Publikum.

Du befindest Dich auf dem Weg zu einem potenziellen Auftraggeber, der für Dein Geschäftsjahr entscheidend ist.

Spät in der Saison bekommst Du als Torwart die Chance, Dich für eine Vertragsverlängerung zu beweisen.

Was, wenn Du versagst? Wie geht es danach weiter? Was werden die anderen von einer eventuellen Blamage denken?

All eyes on you…


Druck – manche Menschen benötigen ihn, um Höchstleistungen abzurufen, manche zerbrechen daran.

Doch was ist Druck, woher kommt er und wie kannst Du besser damit umgehen?

Darum geht es mir heute.


TODAY´s starting Six



Was ist Druck?

Druck ist eine Herausforderung oder Aufgabe im Leben, die für Dich, je nachdem wie Du sie meisterst, signifikante Folgen hat.

Es fühlt sich – in Deiner subjektiven Wahrnehmung – wie eine Do-or-Die Situation an, von deren Ausgang Dein Ruf, eine Beziehung, Dein Erfolg, Deine Zukunft oder Deine Sicherheit abhängt.


Anzeichen für Druck-Situationen:

  • Ergebnis wichtig

  • Ergebnis ungewiss

  • Du bist für das Ergebnis maßgebend verantwortlich und wirst daran gemessen



Arten des Drucks

Ich unterscheide zwei Arten des Drucks: interner Druck und externer Druck.

Interner Druck entsteht durch Deine eigenen Erwartungen.

Externer Druck hat im Social Media Zeitalter und durch die uneingeschränkte Erreichbarkeit enorm zugenommen. Zu ihm zählen Termindruck, Leistungsdruck, gesellschaftlicher Druck oder finanzieller bzw. existenzieller Druck. Er kommt zwar wörtlich gesehen von außen, jedoch liegt es ausschließlich an Dir, wie groß Du ihn werden lässt, welche Bedeutung er hat und wie Du mit ihm umgehst.

Ob intern oder extern – Deinen Druck verspürst Du allein und nur Du selbst kannst ihn meistern.


"Pressure comes from within and so must be mastered from within" Ed Jacoby (Leichtathletik Trainer)


Hilft Druck, um besser zu performen?

Dr. Hendrie Weisinger und Dr. J.P. Pawliw kommen in ihrem Buch „performing under pressure“ zur Erkenntnis, dass niemand unter Druck bessere Leistungen abrufen würde. Dem stimme ich nicht ganz zu.

Druck ist (nicht nur im Sport) allgegenwärtig. Ohne Druck verbleibst Du in der Komfortzone, die wiederum Deine Produktivität hemmt. Erfahrungen aus meinem persönlichen Umfeld haben ergeben, dass sogar ein großer Teil der Menschen Druck benötigt, um ihren Aufgaben gerecht zu werden. Auch Highperformer wie Mark Messier (einer der erfolgreichsten NHL-Spieler aller Zeiten: 25 Saisonen NHL, 15x All-Star, 6 Stanley Cups) empfinden selbst nach vielen Jahren noch immer Druck.


"The fear-factor of failure was always evident. We were terrified of losing and underachieving" Mark Messier

Mit Druck ist es, allerdings wie mit der Ernährung – was oder wie viel Du davon verträgst, ist höchst individuell.

Die Druck-Leistungs-Kurve zeigt: während Du bei zu wenig Druck zur Unterperformance (geringer Fokus, fehlende Ernsthaftigkeit) neigst, besteht die Gefahr des Versagens bei zu hohem Druck (sinkendes Urteilsvermögen, Überlastung) – im Sport nennt man das auch „choking under pressure“.

Der „Sweet-Spot“ liegt auf dem Grat zwischen Spannung und Belastung. Beste Leistungen erzielst Du nur in den Stufen „Komfort, Spannung und Belastung“.


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Praxisbeispiel „zu wenig Druck“

Der Sport-Psychologe und der Athletik-Coach einer Profi-Eishockeymannschaft haben bei einem Sportler festgestellt, dass er „zu entspannt“ in die Spiele ging und dadurch häufig unterperformte. Also wurde sein Warm-Up intensiviert und zusätzlich ein Mitspieler damit beauftragt, ihn herauszufordern – ja, ihn förmlich zu nerven. Dadurch erhöhte sich seine Anspannung und er wurde aus der Komfortzone geholt. Der Unterschied war schnell sichtbar und bemerkenswert.



Wenn Druck zu Stress wird

Zu großer oder dauerhafter Druck wird zur Belastung und führt mittel- oder langfristig zu Stress. Dieser kann ernste, gesundheitsgefährdende Folgen mit sich bringen. Oftmals wird Stress mit Druck verwechselt, daher ist es wichtig, dass Du beides voneinander unterscheiden kannst.


Stress ist ein Cocktail aus psychischen, physischen und emotionalen Symptomen, die wir empfinden, wenn wir das Gefühl haben, mit dem angesammelten Druck nicht mehr umgehen zu können.


Diese Frage kann Dir Klarheit verschaffen: hast Du das Gefühl, ein bestimmtes Ergebnis erreichen zu müssen, oder bist Du von den Anforderungen an Dich überwältigt? Wenn Letzteres der Fall ist, bist Du vermutlich gestresst und solltest handeln.




Meine persönlichen Erfahrungen mit Druck

Während meiner Zeit als Nachwuchsspieler und als Jungprofi spielte Druck für mich keine Rolle. Ich wollte nur das tun, was ich am liebsten tat. Zeigen, was ich konnte und mich mit Anderen messen.

Als es um Verträge und meine Existenz ging, kam der Druck dazu. Wenn die Zukunft ungewiss war, wurde er teilweise enorm und sehr belastend für mich.

In Zusammenarbeit mit Trainern und Mental Coaches konnte ich aber Methoden entwickeln, den Druck in den Griff zu bekommen und die Freude am Sport wieder in den Vordergrund rücken.




Methoden, um Druck zu reduzieren und Stress zu vermeiden

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, den auf Dir lastenden Druck zu reduzieren und Stress zu vermeiden. Diese Ansätze haben mir am besten geholfen:


1. Vorbereitung und Vertrauen Sei gut vorbereitet. Auf diese Weise reduzierst Du Selbstzweifel und Ungewissheiten. Durch eine gute Vorbereitung prägst Du Dir Automatismen ein, vertraust Deinem Können stärker, kannst Dich auf deine Performance fokussieren und sie mit Freude ausüben.

"Pressure comes from a lack of preparation" Colin Kaepernick (NFL-Quarterback)

2. Stelle Dich dem Druck

Mache Dir bewusst, welcher Druck auf Dir lastet, um ihn besser meistern zu können.

Ein Beispiel aus meiner aktiven Laufbahn als Torhüter: die erste Parade meines Spiels war für mich elementar, um gut zu performen und in den „groove“ zu finden. Als mir das bewusst wurde, habe ich mir mit Unterstützung eines Mentaltrainers diesen einfachen Prozess antrainiert: In einer tiefen Konzentrationsphase (fast eine Art autogenes Training) habe ich den ersten Save bereits vor dem Spiel in Gedanken durchgespielt, „erlebt und erfolgreich hinter mich gebracht“. So konnte ich mit einem guten Gefühl und dem Momentum auf meiner Seite in die Partie starten.


3. Systeme vor Ziele

Vermeide es, an den ungewissen Ausgang zu denken und setze Dich nicht unnötig mit perfektionistischen Wunschzielen auseinander. Konzentriere Dich stattdessen auf Systeme und Gewohnheiten, von denen Du nachhaltig profitieren kannst.

Bedenke folgendes: Gewinner und Verlierer haben oftmals die gleichen Ziele.

"When you start thinking of pressure, it´s because you have started to think of failure" Tommy Lasorda (Baseball Pitcher & Manager)

4. Priorisierung von Aufgaben

Lerne „Nein“ zu sagen und priorisiere Deine To-Do`s. Grenze Dich ab und setze Dir realistische Ziele und Deadlines, um nicht der Gefahr ausgesetzt zu sein, Stress auszulösen. Zur richtigen Gewichtung von Aufgaben kann Dir die Eisenhower Entscheidungs-Matrix helfen.

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5. Es gibt fast immer eine zweite Chance

Mache Dich mit den möglichen Folgen der unterschiedlichen Ergebnisse Deiner Druck-Situation vertraut. Für jede Tür, die sich schließt, öffnet sich in der Regel mindestens eine neue. Die Fähigkeit, Dich von einem Rückschlag zu erholen, kann Deine Superpower werden.



Wie sieht es bei Dir aus? Hattest Du schwere Druck-Situationen oder Stress und wie bist Du damit umgegangen? Oder stehst Du akut unter starkem Druck? Wenn Du dich darüber austauschen möchtest, kontaktiere mich gerne per Mail, auf Twitter oder auf LinkedIn





 
 
 

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